Meditation ist eine armselige Übersetzung für das, was die Chinesen „still sitzen und nichts tun“ (ching – jing – wu – wei)  nennen. Taoisten und Buddhisten glauben, dass jeder Mensch mit einer kostbaren Perle ursprünglichen Geistes tief im Innern seines Wesens geboren werden und diese kostbare Perle ein Spiegel sei, der das gesamte Universum reflektiert. In Indien gibt es die Samadhi-Meditation, die Beruhigung des Geistes“,  die Hinduismus, Buddhismus und Jainismus gleichermaßen gemein ist. Sie gilt als entscheidender Teil der spirituellen Praxis, da durch sie mentale Energie kanalisiert und der Geist völlig auf einen einzigen Punkt konzentriert werden kann.

Jede Kultur hat ihre Form der Meditation.

Einfach dazusitzen und zu sein ist ein menschliches Bedürfnis. Wenn wir es ignorieren, gefährden wir uns dadurch selbst, aber die heutige westliche Lebensweise scheint diesem Verlangen wenig Spielraum zu lassen. Unsere überzogene analytische Betrachtungsweise von Realität und Erfahrungen machen es vielen von uns schwer, das Wesen der Meditation zu erfassen, geschweige denn sie zu praktizieren. Dennoch haben Mystizismus im westlichen Christentum eine starke Tradition und heute beginnen immer mehr Menschen im Westen regelmäßig zu meditieren, da sie feststellen, dass ihr leistungsorientierter, materiell ausgerichteter Lebensstil ihnen keine Zufriedenheit gebracht hat. Es ist dieses  „Sein-können“, dieses zulassen, welches unsere Gedanken und Ängste zur Ruhe kommen lässt, das wir unbedingt lernen wollen.

Wenn Sie Yoga praktizieren, führen früher oder später die Achtsamkeit und Ruhe, die sie bewirken, unweigerlich zur Meditation. Von Patanjalis achtteiligem Yoga betreffen die drei letzten  „Glieder“ die Meditation. Sie werden als der  „innere Pfad“ bezeichnet und unterscheiden sich dadurch von den ersten fünf, zu denen natürlich Asanas und Pranayama gehören. Diese letzten drei Stufen sind Konzentration  – Meditation  –  Erleuchtung oder Versenkung.

Wenn der Körper in stiller Beständigkeit ist, atme rhythmisch durch die Nasenlöcher und lass den Atem friedlich kommen und gehen. Der Streitwagen des Geistes wird von wilden Pferden gezogen und diese wilden Pferde müssen gebändigt werden.