Asanas werden stets unter bewusster Beobachtung des Atems ausgeführt. Die Wirkung des Atems auf den Körper ist wichtiger Bestandteil jeder Asana- Bewegung.

Beinahe unbewusst beginnen Menschen, die eine Zeit lang Yoga betrieben haben, ihre Ernährungsweise zu ändern und Dinge zu essen, von denen heute jeder weiß, dass sie gesund sind, wie reichlich rohes oder leicht gedämpftes Gemüse, Obst und Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Saaten und kleinere Mengen Milchprodukte und Fleisch, ohne Konservierungsstoffe und künstliche Aromen.

Diese bewusste Verbindung von Haltungen und Atem hat auch deshalb Bedeutung, weil unser physisches und unser emotionales Selbst in ständiger Beziehung stehen. Denken Sie nur daran, dass wir uns vor Angst anspannen oder vor Lachen schütteln, und betrachten Sie die unmittelbaren körperlichen Folgen dieser emotionalen Reaktion. Unsere Gefühle und Emotionen finden in unserer Atmung Ausdruck und jeder Stimmungswechsel wird darin sichtbar, wie wir Hände, Schulter, Hals, Kopf und Beine halten und bewegen. Unsere Gemütslage wird in der Art und Weise, wie wir die Stellungen ausführen, offenbar, und umgekehrt können wir durch das Einnehmen der Haltungen mehr darüber erfahren, wie wir und fühlen. Asana-Übungen können Energie schenken, Stress abbauen und den Körper gesund erhalten, aber am wichtigsten ist, dass sie Geist und Körper ins Gleichgewicht bringen und harmonisieren. Ein starker, gesunder Körper ist ein Schritt auf dem Weg zu klarem Denken und, letztlich, zur Erleuchtung.

Die Asana-Praxis beinhaltet eine Einstellung gegenüber körperlichen Übungen, die der wesentlichen Sicht völlig entgegengesetzt ist. Asanas lockern, strecken und entspannen den Körper, während westliche Sportarten ihn Steif werden lassen und verhärten. Yoga- Übungen sind (wie andere östliche Formen der Leibesübungen, etwa T´ai Chi, Tao Yin und die Kampfkünste) langsam und rhythmisch, westliche Methoden schnell und mechanisch. Nach der westlichen Theorie des Aerobic muss man durch Laufen oder Springen das Herz starker Belastung aussetzten, um Kraft zu entwickeln. In der Realität führt dies aber mitunter zu völliger Erschöpfung. Eine verspannte Wirbelsäulenmuskulatur blockiert Nerven und Energiekanäle und verbraucht große Mengen Energie, um die Anspannung der Muskeln aufrecht zu erhalten. Östliche Methoden zielen darauf ab, Steifheiten und Verspannungen im Körper zu beseitigen, um Ihn stärker zu strecken und dabei Energie zu sammeln, sodass man sich hinterher erfrischt fühlt. Da es bei Yoga-Asana sehr wichtig ist, dass die Bewegungen im Einklang mir dem Atem stehen, wird sichergestellt, dass selbst die ruhigste, kleinste Bewegung das Herz-Kreislauf-System stimuliert, das Blut mit Sauerstoff angereichert und die Wirbelsäule gedehnt und gestreckt wird, was wiederum die Versorgung der lebenswichtigen Organe verbessert. Jedes Asana basiert auf drei Grundprinzipien. Erstens müssen wir uns erden, indem wir uns bewusst machen, wie und wo Schwerkraft auf unseren Körper einwirken. Zweitens müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf den Atem lenken, wodurch unsere Haltung stabilisiert und unsere Verbindung mit dem Boden gestärkt wird.

Wenn wir diese ersten beiden Regeln zusammen anwenden, kann der Körper beginnen, sich zu entspannen und zu strecken, und darin besteht das dritte Prinzip der Asana-Praxis.

Wenn wir diese ersten beiden Regeln zusammen anwenden, kann der Körper beginnen, sich zu entspannen und zu strecken, und darin besteht das dritte Prinzip der Asana-Praxis.